“Celestine-Erfahrungen”


Eigenverantwortung

Erika, 61, aus Teltow

Bericht für das Celestine-Buch „Erfahrungen“
Mein Zeitalter beträgt 61 Jahre. Vor 15 Monaten habe ich mich von meinem Ehemann getrennt, mit dem ich 35 Jahre verheiratet war. Die Scheidung ist eingereicht. Wie in den Erkenntnissen von Celestine empfohlen wurde, wagte ich mich in die Tiefen meiner Seele. Was ich fand war Schock, Aufschrei, Wut und Hilflosigkeit.

Ich begab mich in einen sehr dunklen Keller, verstaubt, verrammelt mit altem Gerümpel, ohne Gang, ohne Licht. Da gab es erst einmal die Kindheitsbotschaften:
Sei ein braves Mädchen!
Sei gehorsam, sonst wirst du bestraft!
Sonst bist du undankbar, böse und nicht liebenswert!
Gott sieht alles, er bestraft deine Sünden.
Selbstverständlich heiratest du als Jungfrau.

Du hast die Pflicht, deinem Mann Kinder zu gebären und sein Leben angenehm zu gestalten. Dafür hast du ein „Zuhause“ und bist finanziell abgesichert. Kritik von uns Kindern wurde in meiner Familie nicht geduldet, so etwas wurde mit Liebesentzug bestraft. Gespräche der Erwachsenen galten als tabu. Analog dazu verhielten sich die Lehrer.

Ich wollte aber geliebt werden und kein schlechter Mensch sein. Sensibel und empfindsam ließ ich mich einschüchtern. Die Macht der Erwachsenen hatte großen Einfluss auf mich. So entstand mit etwa 5 Jahren das Kontrolldrama des „armen Ich“. In dieser Rolle fand ich dann einen zu mir passenden Mann, den „Einschüchterer“.
Mit der Vorprogrammierung aus der Kindheit lief dann auch meine Ehe ab.
Unter dem zunehmenden Druck des „Einschüchterers“ war ich unsicher, schuldbewusst, hatte Angst und kein Selbstvertrauen. Den eigenen Ideen, Vorstellungen, Sehnsüchten und Träumen ließ ich keine Chance, an die Oberfläche zu gelangen. Meine „Welt“ waren der Ehemann, die Kinder und das Hausfrauendasein. Das empfand ich als„ normal“. Die naive Einstellung ließ mich glauben, dass der Ehemann meine Eltern zu ersetzen hatte.
Von dem Augenblick an hatte ich meinen „Herrscher“ erschaffen. Ich habe ihn wie meinen Gott verehrt und wollte aus der kindlichen Phase nicht heraustreten. Mein Leben und die Verantwortung für mich selbst übertrug ich freiwillig auf einen anderen Menschen. Zunächst verlief mein Leben ohne „Höhen und Tiefen“. Es schien linear unendlich so weiterzugehen. Das war also das „Leben“.

Dabei fühlte ich mich aber nicht wohl. Ich lebte „behütet“ unter einer unsichtbaren Haube, ohne Zugang nach Außen. Erst als die alkoholischen Entgleisungen meines Ehepartners häufiger, stärker und regelmäßiger wurden, packte mich Panik. Mit dieser Tatsache konnte ich nichts anfangen. Ich war in einer Nichtalkoholiker-Familie aufgewachsen. So wurde ich auch Co-abhängig. Sehr viele Nächte hindurch weinte ich, zerfleischte mich in Selbstmitleid und jammerte vor mich hin. Die Kinder konnte ich damit nicht belasten. Sie litten übrigens in ihren späteren Jahren selbst darunter. Mit meinen Verwandten konnte ich darüber nicht sprechen. Selbstbewusstsein war nicht mehr vorhanden, ich war verzweifelt und wollte nicht mehr leben. Aber irgend etwas in mir wollte leben und ließ nicht locker. „Ändere etwas, niemand sonst wird es für dich tun!“

Und dann war ich soweit! Ich war bereit, an mir zu arbeiten!
Von diesem Augenblick an änderte sich etwas an meinem Umgebungsfeld. Ich fand zur richtigen Zeit die richtigen Bücher, die richtigen Menschen und begann eine Gesprächs-Psychotherapie.
Folgerichtig haben sich in mir die Celestine Prophezeiungen zunächst unbewusst entwickelt. Ich wurde auf den Weg gebracht, um Erkenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, sie bewusst wahrzunehmen. Heute weiß ich, dank Celestine, dass ich fast ein ganzes Menschenleben der Vorbereitung brauchte, um eine totale Bewusstseinsumwandlung vollziehen zu können. Mir ist ein zweites Leben geschenkt worden, für das ich der Schöpfung von Herzen dankbar bin.
Diese neue Bewusstseins-Erfahrung hat sich wie ich rückwirkend feststellen kann, in den letzten 10 Jahren zunehmend angekündigt. Seit Celestine weiß ich auch, dass ich vorwiegend durch schmerzliche und ungewöhnliche Erfahrungen und Ereignisse zum spirituellen Erwachen komme, dass er unglaublich klingende Fähigkeiten entwickeln lernt. Der Weg ist schwer, aber möglich. Ich gehe einen Schritt vorwärts und zwei zurück. Es ist ein Weg, bei dem ich häufig vor lauter „Brett vorm Kopf“ nichts mehr sehe. Es ist ein Weg, der gnadenlose, ehrliche Selbsteinsicht verlangt.

Die Reise ist abenteuerlich, voller „Unvorhergesehenheiten“, ohne Versicherung, ohne Netz und Boden, aber es ist der einzige Weg. Es gehört Mut und Kraft, Geduld und Vertrauen in den Ablauf des All- Geschehens. Es gehört ein unerschütterlicher Glaube an die Allmacht der Schöpfung zu der Reise in das eigene Ich, aber sie ist es wert.

Jetzt weiß ich auch, dass ich Hoffnung in die Welt tragen kann und möchte meine bis her gemachten Erfahrungen anderen Menschen mit auf den Weg geben.
Alle meine Ideen, Handlungen, Gedanken und Empfindungen haben mit mir zu tun. Nur ich allein bin für mein Leben verantwortlich. Trete ich die Verantwortung an andere ab, mache ich mich abhängig (co-abhängig) und schränke mein Potential erheblich ein.
Ich bin ein geschlossenes Ganzes und keine Hälfte.
Ich bin als kleiner Kosmos eingebunden.
Wir bedingen uns gegenseitig.

Ich bin frei in meinen Selbst, einmalig in meiner Zusammensetzung, was kein zweites Wesen haben kann. Meine Entscheidungen muss ich niemand außer mir selbst, rechtfertigen. Es gibt keinen zweiten Menschen, der mein Leben leben und meine Gedanken haben kann. In Gemeinschaft mit Wesen gleicher Bewusstseinsstufe erreiche ich die nächst höherer Stufe.

Die Schöpfung hat mich mit allen Eigenschaften und Fähigkeiten ausgestattet, die es mir gestatten, ohne einen Partner (Mann/Frau) zu existieren, wenn es sich so ergibt.
Jeder kann sein Gefängnis sprengen, wenn er wirklich will! Die gestutzten Flügel wachsen wieder, damit der Vogel in alle Weiten über alle Grenzen der menschlichen Beschränktheit hinaus fliegen kann.
Ohne Vergangenheit ist die Gegenwart nicht begreifbar und die Zukunft nicht möglich.

Erlebnisse mit Pflanzen

Von Bekannten bekam ich eine wunderschöne Rank-Topfblume mit weißen, duftenden Blüten geschenkt. Sie stand am Fenster vor einer grobmaschigen Gardine.
Eines Tages klammerte sich die Ranke in der Gardine fest. Da ich die Gardine häufig auf- und zuzog, rollte ich die Ranke behutsam ab und legte sie um einen Stützstock.

Am nächsten Tag hatte die Ranke das Gardinennetz noch heftiger umklammert. Wieder versuchte ich, die Ranke unbeschädigt abzuwickeln und um den Stock zu schlingen.
Dieses Spiel dauerte mehrere Tage.
Durch meine Unachtsamkeit brach eines Tages die Ranke ab. Es tat mir sehr leid, ich entschuldigte mich bei der Pflanze. Doch sie war mit böse. Bald darauf ging sie ein.

Abenteuer mit einer Orchidee

Diese Orchidee im Topf zeigte lange Zeit kein Wachstum. Ich sprach mit ihr, streichelte ihre Blätter und bat um ihr Weiterwachsen. Nun hat sie mir ein neues Blatt geschenkt. Sie hat 2 Luftwurzeln und 3 Stiele, die in die Höhe wachsen. Es sieht so aus, als ob ich meine Blüten bekomme.

Fügungen

Als Augenmensch ist nicht nur Malen meine Lebensbestimmung, sondern das blitzartige Erkennen einer nie wiederkehrenden Situation, die ich dank meiner kleinen Kamera einfangen kann. Auf allen meinen Streifzügen durch die Natur begleitet sie mich wie ein Freund.
Eines Tages ging nichts mehr, keine neuen Batterien, kein Filmtransport, kein Rühren.
Der Fachhandel wollte für DM 300,00 Teile auswechseln. Man riet mir, gleich eine neue Kamera zu kaufen. Ich habe das Geld aber nicht zur Verfügung. Ich war verzweifelt. da bekam ich einen Tip durch den Inhaber eines kleinen Fotogeschäfts neben dem Superladen.

Ein Fotoingenieur soll Kameras wieder reparieren können. Ich fuhr hin. Meine Kamera habe ich glücklich wieder. Die Reparatur hat DM 25,00 gekostet, sie war nur verschmutzt.

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