“Celestine-Erfahrungen”


Celestine und der Sinn des Lebens

Kirsten, 35, aus Leverkusen

Wie kam ich nun zu Celestine? Wie sieht mein Leben heute mit Celestine aus?
Es begann alles damit, dass ich immer irgendwie mit Australien in Verbindung stand. Als ich achtzehn Jahre alt war, hatte mein damaliger Freund die Idee, für ein Jahr nach Australien zu gehen. Sein Bruder hatte bereits für eine längere Zeit diesen Kontinent bereist. Mein Freund blieb hier, jedoch war mein Interesse an Australien und seiner Natur geweckt worden. Ich erinnerte mich, dass ich, als ich ungefähr vierzehn Jahre alt war, gefragt wurde, ob ich später einmal nach Amerika fliegen wolle. Ich antwortete damals, dass ich Australien immer bevorzugen würde - das stimmt auch heute noch. Einige Jahre später ging ein ehemaliger Klassenkamerad auf Entdeckungsreise nach Down Under - wir hatten eigentlich nur noch wenig Kontakt, jedoch erhielt ich als eine der ersten Personen eine Postkarte, auf der in höchsten Tönen die Einzigartigkeit dieses Landes bejubelt wurde.

Beruflich hatte ich mich in der Zwischenzeit Richtung Export weitergebildet und war nun in einer Position, in der ich tagtäglich mit Kollegen aus Fernost, Australien und Neuseeland zu tun hatte. Nach und nach lernte ich die Kollegen persönlich kennen und schätzen. Ich versuchte, mich auf die diversen Mentalitäten einzustimmen und schaffte es, den einst so „anders“ eingeschätzten Menschen Wahrheiten, Meinungen, Persönlichkeit zu entlocken. So konnte ich Erkenntnisse für mich gewinnen, die mir unterbewusst ständig im Kontakt mit fremden Mentalitäten hilfreich zur Seite standen. Freundlichkeit und Aufmerksamkeit gegenüber anderen hatte ich als innere Tugend und Kraftquelle wahrgenommen und versuchte, dies zu verinnerlichen. Die Kollegen dankten es mir sehr und es entwickelte sich eine überaus gute Zusammenarbeit. Momentan arbeite ich als Controller und habe weltweite Kontakte zu pflegen. Mein Horizont erweitert sich ständig und ich freue mich über alles, was mir neu begegnet, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick seltsam oder schwierig erscheint. Eine meiner Zusatzaufgaben ist, als sog. Coach zusammen mit einem Kollegen den „Kulturwandel“ in unserer Abteilung zu betreuen. Es handelt sich hierbei darum, ein gemeinsames Umdenken zu gestalten, um so zukünftig effektiver und besser arbeiten zu können. Dies fängt natürlich beim Menschen selbst an. Vor einigen Jahren hatte ich mich bereits in Form von Projektarbeit mit dieser Thematik befasst.
Vor sieben Jahren nun fuhr ich zum ersten Mal nach Australien. Es war so, als würde ich an einen Ort zurückkehren, an den ein Teil von mir schon gebunden war. Als der Flieger landete, liefen mir die Tränen die Wangen herab. Ich holte tief Luft und fühlte, wie sich ein unglaubliches Glücksgefühl in mir entwickelte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht genaue Vorstellungen, was es bedeutete. Heute weiß ich, dass sich in diesem Moment meine innere „Knospe“ aufgebrochen ist. Diese erste Reise nach Australien hat mich der Natur endgültig in die Arme geworfen. Wenn ich an den Klippen oberhalb des Ozeans tief einatmete, hatte ich das Gefühl, zu wachsen und mich loszulösen von allem, was mich bis dahin beschäftigt hat. Es weht ein ganz besonderer Wind dort unten. Er wirbelt deine Gedanken hoch und lässt dich innerlich jubeln. Die findest Freiheit für dich selbst und deine Gedanken. Plötzlich lösten sich Knoten und ich schien zu erwachen, meine Augen öffneten sich und nahmen Dinge wahr, die sich früher nicht unbedingt in meinem Sichtfeld befanden.
Ich hatte das Gefühl, dass ich mehr als nur ein Besucher war, und das sollte sich bewahrheiten. Als ich das erste Mal wieder nach Hause fuhr, musste ich ebenfalls weinen und ein seltsames, dumpfes Gefühl machte sich in der Bauchgegend bemerkbar - ich wollte nicht wieder nach Hause. Aber ich hatte im Gefühl, dass ich wiederkommen würde. Ich ließ meine innere Quelle zurück. Aber ich hatte eine Vision, dass dieser erste Besuch ohnehin nur eine Stippvisite war. Bis zu diesem Jahr neigte ich dazu, bei Reisen möglichst viel aufzunehmen und nur wenig Ruhe einkehren zu lassen. Diesmal war es anders gewesen, ich befand mich in der ganzen Zeit fast ausschließlich an einem Ort. Den Rest konnte ich immer noch sehen, wenn ich wiederkam. Zu Hause angekommen fragte man mich, warum ich denn nicht an diversen anderen Orten gewesen sei, schließlich könnte es ja sein, dass ich nie wieder dorthin fahren würde. Ich lachte in diesem Moment und sagte nur, dass ich überhaupt kein Problem damit hätte. Schließlich hatte ich die Gewissheit, dass ich, sofern ich nicht in Gedanken dort bin, innerhalb von ca. 24 Stunden auf australischem Boden stehen konnte, wenn ich wollte.
Einige Jahre später wollte ich wieder den 5. Kontinent bereisen, jedoch musste ich wegen einer Krankheit ins Krankenhaus und konnte den geplanten Trip nur noch absagen. Allerdings gewann ich hier in der Ruhe die Erkenntnis, dass ich mehr darauf hören müsse, warum ich diese Krankheit bekam. Der tiefere Sinn war, dass ich die letzten Monate sämtlich Energien für andere verbraucht und von anderen habe verbrauchen lassen. Kein Wunder, dass mein Körper seine Ruhepause verlangte. Nach meiner Sicht sollte die nämlich erst Down Under stattfinden - tja, die Aufmerksamkeit mir selbst gegenüber im Vorfeld hatte ich total vernachlässigt. Diese Gedanken führten zu mir selbst, tief hinein und so langsam begann ich, die damals in Australien aufgebrochene Knospe wieder zu entdecken. Nach und nach wurde ich gesund und 1994 fuhr ich wieder nach Sydney. Später wußte ich, warum ich noch ein Jahr mit meiner Reise hatte warten sollen. Der Zufall - war es überhaupt Zufall? - wollte es, dass ich nach Norden fuhr, und auf einer Insel am Barrier Reef für einige Tage weilte.
In dieser Zeit erforschte ich die Insel, ging frühmorgens durch den Busch, um durch Schmetterlingswälder zu wandern - die Insekten flatterten aufgeregt durcheinander, als ich hindurchging. Ich war allein mit der Natur, überall, wo ich anhielt, sah ich Neues. Die Tiere, die mich ebenso scheu betrachteten wie ich sie. Die Geräusche der Wildnis, das gegen Mittag anschwellende Knistern der Luft und der aus der Ferne heranrauschende Wind vom Meer. Ich befand mich nicht mehr in dieser Welt, es war, als ob ich eine Leiter erklimmen könnte, die ich bisher noch nie gesehen hatte. Ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und Glück erfüllte mich jedes Mal. Ich habe versucht, mir dieses Gefühl im Herzen zu behalten, um mich in Zeiten der Nachdenklichkeit an diese Leichtigkeit zu hängen, und so wieder ein positives Gedankenfeld zu erreichen. Diese Betrachtung der Natur erfüllt mich jedes Mal mit einer unglaublichen Kraft und Energie.
Auf dieser Insel lernte ich Michael kennen. Er lebte hier für eine Weile und für einige Zeit lernten wir einander kennen und lieben. Irgendwie wußte ich, als ich ging, dass ich innerhalb meines Aufenthaltes noch einmal hierhin fahren würde, daher war der Abschied nicht so tragisch. Acht Tage später saß ich wieder auf dieser Insel. Michael fragte nur: Warum hast Du so lange gebraucht? Komische Frage. Damals wußte ich noch nicht, dass er Celestine und die Prophezeiungen gelesen hatte. Aber er hatte wohl vorab schon eine Vision gehabt - die sich bestätigte. Ich war wiedergekommen.
Als ich nach Hause musste, brach in mir ein nie gekanntes Schluchzen hervor, welches mich erschreckte. Es tat weh, ein Teil von mir schien entzweizubrechen. Ich musste diese Natur und damit meine Kraftquelle zurücklassen. Die andere Kraftquelle war zu dieser Zeit der Australier - meine Kreativität war wieder geweckt worden und die Ideen sprudelten nur so aus mir heraus. Ich kannte Celestine noch nicht, hatte jedoch schon einige Erkenntnissen erlebt, die mir jedoch erst später bewusst werden sollten. Zu Hause unterhielt ich mich mit meinen Eltern über Reisen und mein Vater vertraute mir an, dass es immer sein Wunsch gewesen war, nach Australien zu fahren und dort zu leben. Dazu war es nie gekommen. Inzwischen hatte ich auch wieder häufigeren Kontakt mit meinem ehemaligen Klassenkameraden, der damals in Australien war.
Ich musste schließlich noch einmal nach Australien auf diese Insel fahren, um meine innere zweite Hälfte bzw. meine verloren geglaubte Kraftquelle wiederzubekommen. Zwei Jahre später befand ich mich wieder auf australischem Boden. Ich wußte, dass ich hier richtig war, die innere Ruhe jedoch trat erst ein, als ich am Ende meines Aufenthaltes Michael wiedertraf. Es musste etwas mit diesem Mann zu tun haben, aber erst ein halbes Jahr später wußte ich, was es war. Als ich den Kontinent wieder verließ - ich hatte einige Tage zuvor bereits den Norden verlassen - schüttelte mich wieder dieses seltsame Schluchzen. Ich kannte das nicht von mir, es kam tief, tief aus dem Bauch heraus. Es war dieser Kontinent, seine Natur und auch diese Begegnung mit Michael, die mich nicht loslassen wollten.

1997 nun hielt das Leben weitere Fügungen für mich bereit. Ich gewann - zufällig lag ich mit Grippe im Bett und hörte zufällig auch noch den „richtigen“ Radiosender - einen Flug zu Michael. Da ich aufgrund der Krankheit nicht umgehend fliegen konnte, schlug ich vor, dass er hierhin kommen solle, und so wurde ihm der Flug überschrieben. Er kam hierhin und blieb für 6 Wochen. Zum ersten Mal außerhalb Australiens, zum ersten Mal in Europa. Eigentlich Back to the Roots, denn sein Großvater war Grieche. Ich kam Celestine immer näher. Und als Michael wieder nach Hause fuhr, schenkt er mir zum Abschied „Die Prophezeiungen von Celestine“. Das war es also gewesen.
Ich las und las, ohne aufhören zu können. Es erschien nichts mehr fremd, alles war mir bekannt. Durch das bewusste Lesen der Prophezeiungen wurden mir diese letzten Jahre plötzlich klarer und klarer. Alles ergab einen Sinn im Zusammenhang. Jede Begegnung, die ich hatte, jedes noch so kleine Wort zwischen mir und anderen Menschen, alles hatte seinen Platz im Gefüge. Der Wunsch meines Vater schien mir nun ein ganz natürlicher Teil meines Lebens zu sein. Selbst die Ausführungen meines Großonkels bezüglich der Materie und unser gemeinsames Philosophieren über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Dingen, Menschen und Natur passte. Ich freute mich unbändig, diesen Erkenntnissen schon begegnet zu sein - ich hatte mich schon unbewusst auf den Weg begeben! Und er schien richtig zu sein, denn beim Lesen konnte ich mich häufig beobachten, wie ich nickte und sagte: genauso ist es!
Seit dem damaligen Krankenhausaufenthalt hatte ich mich mit meinen Kontrolldramen beschäftigt, da ich eine starke innere Unruhe spürte und diese hinterfragte. Es ist nicht immer einfach gewesen, diese Dramen herauszukristallisieren, sie sind manches Mal etwas versteckt gewesen. Durch das Entdecken wird man sich der inneren Problematik, aber auch der inneren unerforschten Tiefen bewusst. Jede größere Erkenntnis schmerzte, aber dafür eröffneten sich neue, ungeahnte Perspektiven. Es ist spannend, auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Blüte in mir wurde immer größer und farbiger, und das strahlte nach außen. Das Strahlen hält immer noch an, und ich sehe es in den Gesichtern der Menschen, denen ich begegne bzw. mit denen ich zu tun habe.
Mein „geöffneter“ Geist führt mich zu Menschen, die sich auf gleicher gedanklicher Ebene befinden. Jeder Tag wird so zum spannenden Erlebnis. Eine schönes Begebenheit war, dass damals ein fremder Mann bei einer Feier auf mich zukam und auf mein unglaubliches Charisma ansprach. Ich war ziemlich perplex, so etwas hatte ich noch nie gehört. Ich erinnere mich, dass wir uns hervorragend unterhalten haben an diesem Abend. Wie er hieß, weiß ich bis heute nicht, er ist mir später auch nicht mehr über den Weg gelaufen. Ich hatte begriffen, dass mein Inneres nach außen strahlte.
Zurück zum Büro und zum Berufsleben. Die vierte Erkenntnis ist hier live und in Farbe zu erleben. Fast könnte man sich wie im Kino oder Theater in den Sitz zurücksinken lassen und nur noch zuschauen, beobachten und lernen. Tagtäglich ist zu verfolgen, wer wem mit welchem Ergebnis die Macht und damit Kraft abgräbt. Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die dies als fast selbstverständlich hinnehmen - es war halt immer schon so. Ich bezweifle, dass die Personen, die als Gewinner aus solchen Machtkämpfen herausgehen, langfristig tatsächliche Kraft empfinden können. Und doch: all zu oft rutscht man unbewusst selbst in eine solche Schiene , die anderen scheinen dazu einzuladen und etwas scheint das Selbst hierauf reagieren zu lassen - es scheint sich einfach so zu ergeben, wenn man nicht aufpasst.
Gehe ich hingegen mit offenen Augen durch den Tag, schaffe ich es, die teilweise auch durch andere Personen angestachelten Machtkämpfe an mir vorbeilaufen zu lassen. Fängt mein Gegenüber mit diesen Kämpfen an, frage ich oft nach dem Warum und was eigentlich sein Ziel ist. Meistens sind wir gleicher Meinung. Die Frage nach dem Warum sorgt in vielen Fällen für eine kurze gedankliche Unterbrechung. Oft freuen sich die Personen, wenn ihnen ein derartiges Interesse entgegengebracht wird. Sie sind es im Berufsleben gar nicht mehr gewöhnt, dass etwas anderes als Leistung und Ergebnis im Vordergrund steht. Die ursprüngliche Frage rutscht in eine relativ unwichtige Schublade, und die Person steht auf einmal im Vordergrund.
Es ist erstaunlich, wie viele Menschen regelrecht aufblühen, wenn ich mich durch persönliche Fragen mit ihnen beschäftige. Meine innere Sonne scheint sich auf sie zu übertragen. Diese Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen bringt mir viel mehr Resonanz und Kraft - mehr als ein einziger kleiner verbaler Sieg. Einige meiner Kollegen haben diese Betrachtungsweise ebenfalls verinnerlicht. Schade ist nur, dass viele die Ohren so sehr verschlossen haben, dass sie gar nicht mehr das hören können, was gesagt wird. Sie hören nur die von ihrem Hirn umgearbeitete Schnellinterpretation und antworten darauf. Sie haben ihren eigenen Dialog, dies kann zu Missverständnissen führen und schon ist ein Streitgespräch im Gange. Sie verpulvern ihre Energie oft, ohne es zu merken. Es ist ihnen zu wünschen, dass sie in ihrem Leben den Zugang zu Celestine und den Erkenntnissen finden.
In der heutigen Zeit scheint es manchmal schwer, die Erfahrungen und Kräfte präsent zu halten. Das ist nur zu natürlich. Wir werden nicht mit Celestinebewußtsein geboren. Je nachdem, wann wir auf Celestine treffen, haben wir schon etliche Jahre gelebt und diese etlichen Jahre und unser bis dato aufgebautes Umfeld können einfach nicht von heute auf morgen abgeschüttelt werden. Es ist schließlich jahrelang ein Teil von uns gewesen und hatte seinen ganz eigenen Sinn. Es ist, als ob man sein eigenes Theaterstück einmal von außen betrachtet, nur dass man darüber hinaus auch die Hauptrolle spielt. Dieses Theaterstück wird uns als Vergangenheit immer begleiten. Jede Minute hatte ihren Sinn. Es zeigt uns nach und nach die Kontrolldramen, die sich bei uns entwickelt haben.
Was mir auch immer wichtig erschien, waren meine Träume. Ich hatte in früheren Jahren einige Male in Träumen Begebenheiten vorausgesehen, die später auch eintraten. Insofern war ich immer eine „wache“ Träumerin gewesen. Auch die Tagträume versuchte ich mehr und mehr zu beachten. Als ich das erste Mal in Australien war, war mein erster Traum, dass ich nicht mehr zurückfliegen konnte aus meinem Urlaub. Ich hätte jedoch an einer wichtigen Besprechung an einem bestimmten Tag teilnehmen müssen, hierfür gab es in dem Traum einzig und allein ein Ticket - nur: wenn ich wieder nach Hause geflogen wäre, hätte ich dort bleiben müssen. Damals beunruhigte mich der Gedanke, dort zu bleiben, obwohl noch einige (auch privat) wichtige Dinge zu erledigen waren. Aber es gab in diesem Traum nur ein Entweder - Oder.
Damals kannte ich Celestine noch nicht, habe aber diesen Traum nie vergessen. Als Michael hier war, haben wir uns öfter unsere Träume erzählt. Jeder Krimi, jeder Kinofilm konnte an Spannung nicht mithalten, als es darum ging, die Bedeutung dieser Träume näher zu ergründen. Heute versuche ich tatsächlich seit einiger Zeit, Richtung Australien zu kommen. Momentan befasse ich mich mit den Einwanderungsunterlagen.
Dadurch, dass Celestine immer um mich herum ist, nehmen auch nach und nach meine Familie, Freunde und eigentlich mein ganzes Umfeld teil. Einer Freundin zum Beispiel hatte ich von Celestine erzählt. Sie hat sich sofort das Buch gekauft und ziemlich direkt in einem Stück durchgelesen. Auch sie hatte dieses Celestine - Fieber gepackt, und sie hatte den Inhalt aufgesogen wie ein trockener Schwamm einen Schwall Wasser. Ihre Begeisterung war nicht zu überhören, als sie mich nach dem Lesen anrief. Natürlich tauschen wir uns auch jetzt öfter aus und geben unsere Gedanken und Ideen auch aneinander weiter.
Vor einigen Jahren hatte ich bei einem Kollegen im Büro gesessen und mir, da ich auf ihn warten musste, die Bilder betrachtet, die an der Wand hingen. Eines war darunter, was meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Es handelte sich um eine Geschichte. Ich weiß nicht mehr genau, wie sie vollständig lautete, jedoch möchte ich allen Lesern zum Abschluss den Hauptinhalt mit auf den Weg geben:
Vor vielen Jahren betrachteten die Götter die Menschen auf der Erde und stellten voller Sorge fest, dass die Menschen den Sinn des Lebens mit Füßen traten und sich nur noch amüsieren wollten. Alles andere war egal geworden. Sie machten sich nur noch über den Sinn des Lebens lustig. Das stimmte die Götter zornig, aber auch sehr traurig. Und so überlegten sie, wie sie diese missliche Situation retten konnten. Sie beschlossen, den Menschen den Sinn des Lebens zu entwenden, so dass sie ab sofort danach zu suchen hatten.
Einer der Götter schlug vor, dass der Sinn des Lebens am tiefsten Punkt der Ozeane versenkt werden solle. Die anderen zwei jedoch schüttelten den Kopf und sagten: „Der Mensch wird mit allen Mitteln versuchen, an diesen Punkt zu gelangen, dieser Platz ist nicht sicher“. Und sie dachten weiter nach. Nach einiger Zeit rief der Zweite: „Ich hab’s! Wir legen ihn auf die Spitze des höchsten Berges, in diese Regionen wird so schnell keiner gelangen.“ Aber die anderen Götter schüttelten wiederum den Kopf: „Nein, das ist keine gute Idee. Auch dorthin werden sie aufbrechen und versuchen, den Berg zu erklimmen.“ So saßen die Götter da und zerbrachen sich die Köpfe. Nach mehreren Stunden huschte plötzlich ein Lächeln über das Gesicht des dritten Gottes und er sagte:„ Wir verstecken den Sinn nicht in den tiefsten Tiefen des Meeres und auch nicht auf den höchsten Bergen, sondern dort, wo die Menschen niemals danach suchen werden: in ihnen selbst!“.

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. | TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.