Maria, 52, aus Berlin
Durch äußeren Anlass wurde ich endlich wach und gezwungen zu erkennen, dass alles Unheil seine Ursache nur in mir hatte. 50 Jahre ununterbrochen Pech zu haben, kann nicht der Wille der Natur sein. Die Rückschau zeigten 50 Jahre ständigen Überlebenskampfes, ewige Trennungsproblematik, zumeist verbunden mit fast unerträglichem Schmerz. Mit 45 Jahren stand ich endgültig am Abgrund, eine extreme Bedrohung meiner Existenz hier auf Erden.
Mein ganzes bisheriges Leben lang war es für mich unerträglich, allein zu sein, allein zu leben. An die Grenzen des Ertragbaren aber brachte mich die Erkenntnis, niemals von Eltern oder irgendeinem Menschen geliebt worden zu sein. Die Wunde des ungeliebten Kindes zeigte sich mir nun sehr deutlich und ich wußte instinktiv, wenn ich diese Erkenntnis und die Vergangenheit jetzt nicht aufarbeite und annehme, werde ich für immer in den Abgrund fallen.
Die große Wandlung aber begann, als ich Celestine las.
Ich bekam von der Tochter meines Chefs im April 1996 “Celestine” geborgt und habe es gierig in mich hineingezogen. Hier hat doch ein Mr. Redfield tatsächlich meine Gedanken beschrieben, das habe ich doch irgendwie alles durchlebt bzw. diese Gedankengänge vollzogen. Es handelt sich doch wirklich um Wahrheiten, die ich annehmen und hoffentlich umsetzen kann. Leider ist niemand da, den ich jetzt anrufen kann, mit dem ich jetzt darüber sprechen kann, warum finde ich keine Gleichgesinnten, mit denen ich über eben diese höheren Wahrheiten reden kann, mit denen ich mich austauschen kann, um auch daran zu wachsen. Es muss doch auf dieser großen Welt wenigstens einen Menschen geben, der mir zuhört und der mich versteht? Dieses tiefe Bedürfnis, Gleichgesinnte zu finden, ließ mich nicht mehr los.
Seit Monaten habe ich keinen Geruch und Geschmack mehr, so dass ich nun einen HNO-Arzt aufsuchen muss. Ich suchte mir einen Arzt aus beruflich praktikablen Gründen in der Nähe der Firma. Am Tage des Termins stellte sich heraus, dass dieser Arzt selbst erkrankt war und ich unverrichteter Dinge abzog und mir verärgert über dieses neuerliche Hindernis (ich wollte endlich wieder gesund werden) einen Arzt an meinem neuen Wohnort suchte. Durch die äußerst gründliche, sehr teure und nicht für einen HNO-Arzt übliche, Untersuchungsmethode wurde ein seit 20 Jahren gewachsener Hühnerei-großer gutartiger Tumor frontobasal festgestellt, der den Geruchsnerv abgetötet hatte. Bei der Operation, 11,5 Stunden, wurde dann festgestellt, dass ich in Kürze blind gewesen wäre.
Celestine ist mir momentan so fern wie die Venus. Gott habe ich eine Angst und wieder niemand da, an den ich mich einmal anlehnen könnte. Wenn doch bloß die einsamen Wochenenden nicht wären. Ich fühle mich so entsetzlich klein, bin verzweifelt und voller Angst; aber es hilft nichts, ab ins Krankenhaus. Der Professor ist eigentlich ganz lieb. Ich bin noch nicht einmal 1 Stunde hier und schon mitten in einer Gruppe Gleichbetroffener, die mich herzlich aufnahmen. Hier habe ich in drei Wochen mehr gelacht, als in den letzten 5 Jahren zuvor. Ich bin diesen Menschen aus ganzem Herzen für diese Anteilnahme und Hilfsbereitschaft dankbar. Es grenzt auch ans Wunderbare, ein so phantastisches Ärzteteam zur Operation gehabt zu haben.
Nach meiner Entlassung, während meines Krankenhausaufenthaltes wurden zwei Kolleginnen meiner Firma entlassen, so dass ich wiederum unter Existenzängsten litt, stellte ich fest, dass meine Stellung in der Firma gefestigt wurde. Auch kamen mir Kollegen und der Chef in einer neuen Art und Weise entgegen, die ich mit Respekt und Anerkennung deuten kann. Die Rekonvaleszenz begrenzte ich auf 3 Wochen, so dass ich insgesamt nur 5 Wochen ausgefallen war.
Jetzt nahm ich mit neuer Kraft und wiederum mit neuem Bewußtsein (nach der OP hat sich eine Wesensveränderung eingestellt, was selbst von Ärzten und Kollegen bestätigt wird) die Celestine wieder in Angriff. Eine neue Sensibilität und lange verdrängte Sensitivität machten mir zuerst Schwierigkeiten im Umgang mit der Umwelt, da ich negativ eingestellte Menschen extrem wahrnahm; ich musste versuchen, mich zu schützen. Aber eine neue unwahrscheinliche Energie und Kraft ließ mich auch diese Phase bewältigen.
Heute ist mir diese Fügung - der Umzug in die neue Wohnung, der gezwungenermaßen am Wohnort ausgewählte Arzt, der Zeitpunkt der OP, das zu dieser Zeit anwesende Pflegepersonal und hervorragende Ärzteteam (ich lag als Kassenpatient auf der Privatstation des Professors durch Intervention eines anderen Professors, für den ich zu Hause medizinische Gutachten schrieb) und meiner Weigerung, mich nach Amerika zur OP schicken zu lassen - mit Erschrecken und tiefer Ehrfurcht klar geworden.
Ja, so begann das zu Ostern im vorigen Jahr. Nun ist wieder Ostern 1997 und doch liegen irgendwie Welten dazwischen. Ich habe wieder einmal erfahren, wie stark ich wirklich bin, obwohl es doch schmerzt, denn ich will mich doch auch einmal anlehnen können. Ostern ist vorbei, so gehe ich also wieder ins Büro, ohne Hoffnung, ohne Ziel.
Die Wende
Der Anruf vom Förderverein Celestine e.V. kommt ja wirklich im richtigen und letzten Augenblick. Dieses Gespräch reißt mich ja aus allem heraus, ich spüre ja wieder Lebenskräfte. Hier scheint ja eine Aufgabe für mich zu sein. Irgendwie spüre ich, hier werde ich gebraucht, was ich ihm geben kann und das gebe ich freiwillig und gern. Jetzt wurde es mir klar, geben ohne zu erwarten. Den Vorschlag zu einem Celestine-Treffen mit anderen Abenteurern nehme ich freudig auf.
Und so beginnt die eigentliche neuzeitliche Geschichte.
Mein Kontrolldrama war mir damals noch nicht bewusst.
In den nächsten Tagen habe ich mich nun ganz intensiv mit den Prophezeiungen beschäftigt, habe mit den einzelnen Abenteurern telefoniert. Ich bin wirklich völlig überrascht und von der Rolle, das Bettina, wir kennen uns vom ersten Celestine-Treffen, mir einen so netten Brief geschrieben hat und dass wir am Telefon eine wirklich interessante Unterhaltung hatten. Es überrascht mich, dass diese junge Frau sich mir gegenüber so geöffnet hat, was ein warmes Dankbarkeitsgefühl in mir auslöste. Ganz verdattert bin ich aber über das Telefonat mit Dorothea, wir haben uns auch dort kennen gelernt. Wir sind ja wie Schwestern, als ob wir uns schon lange kennen. Hier gibt es so viel Übereinstimmung, hier ist das Geben und Nehmen verwirklicht worden. Wir ergänzen uns im Gespräch und können wahrhaftig der anderen Hilfe sein. Dorothea hat mir zu einigen Denkanstößen verholfen so, wie ich ihr auch. Jedes Gespräch ist eine kolossale Erleichterung und gibt sehr viel. Jetzt kann ich auch meine Vergangenheit begreifen = be - greifen, also annehmen.
Etwas hat sich aber doch bei mir und in mir geändert.
Mein Glaube an mich, an meine Kraft und Energie hat sich gefestigt. Es geschehen wundersame Dinge. Mir ist es jetzt ganz klar, ich halte mich offen. Glück, welches ich erhalte, gebe ich weiter. Denn nur so kann ich wieder Glück aufnehmen. Auch habe ich ja das dringende Bedürfnis, meine Glücksenergie weiterzugeben. Es ist ein nie gekanntes schönes Gefühl.
Ich widme mich der Natur, z.B. den Pappeln vor meinem Fenster, und verbinde mich mit dieser Energie.
Ich kann sagen, dass die Erkenntnisse/Prophezeiungen der Celestine mich schon mein ganzes Leben begleiteten, ich dieses aber nicht gesehen habe. Fügungen fanden im Großen und Spektakulären sowie im Kleinen und Subtilen statt, wobei ich sehr wohl die evolutionäre Entwicklung, die jedes Lebewesen durchmacht, von Celestine-Entwicklungen unterscheide. Auch weiß ich, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe, um zur letzten Erkenntnis zu gelangen Die Welt und die damit verbundene Ablenkung, die Verführung der Erdkraft lenken doch immer wieder vom Weg der Spiritualität ab, auch ist mir eine energetische Selbstheilung noch nicht möglich. Andererseits kann ich aber anderen Menschen durch meine Präsenz, mein Einfühlungsvermögen und durch bloßes Zuhören helfen, eine innere Verbundenheit gibt mir die Kraft und das ist ein schönes Erleben.