“Celestine-Erfahrungen”


Heilung

Gaby aus Hamburg

Die Heilung meiner Krebserkrankung durch Erkennen und Transformation meiner Kontrolldramen - Ein Beitrag zur vierten und sechsten Erkenntnis -

Im September 1995 wurde ein Tumor in meiner rechten Brust festgestellt.
Ich bin „brusterhaltend“ operiert worden, habe Strahlen- und Chemotherapie bekommen, hatte 1996 einen Rückschlag dergestalt, dass sich Metastasen in der linken Schulter gebildet hatten.
Seit Beginn der Erkrankung bin ich damit beschäftigt, meinen Heilprozess als meine Transformation zu vollziehen, insofern, als ich Verantwortung für die Notwendigkeit meines eigenen Lernprozesses übernommen habe.

Die Prophezeiungen der Celestine haben einen deutlichen Fortschritt in meinem Erkenntnisprozess bewirkt.
Ich gehe davon aus, dass Energie und das Fließen von Energie unsere Gesundheit bewahren. Ist der Energiefluss über lange Zeit gestört, so entsteht Krankheit.

Ist der Energiefluss erheblich gestört, ist eine Schwächung des Immunsystems die Folge. Krebs kann als Reaktion auf mangelnde fließende Energie interpretiert werden. Hinzuzufügen ist, dass in der esoterischen Literatur die Ursache für Brustkrebs auf der rechten Seite in einem geistig-seelischen Konflikt in der Partnerschaft gesehen wird. Somit hat meine Erkrankung mit einem Energieproblem in meiner Partnerschaft zu tun.

Besonders die vierte und die sechste Erkenntnis verdeutlichen die Ursachen meiner fehlgeleiteten Energie.
Die Kernaussage der vierten Erkenntnis lautet: „Die Welt zwischenmenschlicher Beziehungen ist ein gewaltiger Wettkampf um Energie und um Macht.“ (2/116). „Die Menschheit kämpft seit langem um die einzige Form der Energie, für die sie offen ist: jene, die zwischen uns Menschen fließt. Dieser Kampf ist die Ursache jedes menschlichen Konflikts auf allen Ebenen, vom geringfügigen Familienstreit zum Gewerkschaftskonflikt bis hin zum Krieg der Nationen.“ (2/115). „Das Dominieren eines anderen lässt den Dominierenden mächtig und wissend erscheinen, raubt aber gleichzeitig dem Dominierten sämtliche Energien.“ (2/114).

Die sechste Erkenntnis lehrt mich, „dass wir unsere eigene Entwicklung hemmen, indem ich versuche, durch einen als Kontrolldrama bezeichneten Prozess Energie zu binden. Sobald dies geschieht, unterbrechen wir augenblicklich das Fortschreiten unserer Entwicklung und verwenden ein altes Muster, das wir seit der Kindheit zur Kontrolle unserer Umwelt benutzen, anstatt der Synchronizität zu gestatten, uns vorwärts zu bewegen. Sind wir uns erst einmal darüber bewusst, auf welche Weise wir den Energieflow stoppen - der uns ja eigentlich zur Erfüllung unserer Lebensaufgabe leiten soll -, so beginnen wir auch mit dem Erkennen unseres wahren Selbst.“ (2/165) „Wir müssen lernen, unsere Erfahrungen in der Familie von einem Evolutionsbezogenen, einem spirituellen Standpunkt aus zu betrachten, und dadurch erkennen, wer wir wirklich sind. Gelingt das, fällt auch das Kontroll-Drama von uns ab, und unser Leben setzt sich in Bewegung.“ (2/161)

In den folgenden Ausführungen werde ich meine Disposition für die Krebserkrankung darstellen, indem ich das spezifische Kontrolldrama in meiner Familie entschlüssele und das Initiieren meines Heilungsprozesses durch die Klärung meiner Vergangenheit schildere. Dabei soll deutlich werden, dass einmal das Problem, das zum Krebs geführt hat, in mir selbst liegt, zum anderen ich aufgrund meiner Lebensgeschichte diese Partnerwahl getroffen habe, die mich vor eine Lernaufgabe gestellt hat, die ich nicht ohne weiteres lösen wollte, die ich aber lösen muss, um weiter leben zu können.

Das Krebsgeschehen enthüllt nach Dahlke als Grundthema einen in den Körper gesunkenen Wachstums- und Regressionsprozess. „Die Krebszelle erklärt alle Gesetze gesunden Wachstums für ungültig, setzt sich über alle Regeln des normalen Zusammenlebens im Zellverband hinweg und überschreitet alle Grenzen, die des Anstands, des gutnachbarschaftlichen Verhaltens ebenso wie die der gebotenen Zurückhaltung. Statt ihren Platz einzunehmen und auszufüllen, schlägt sie auf gefährliche Weise über die Stränge.
In ihrer wilden egoistischen Teilungsaktivität teilt sie nach allen Seiten ordentlich aus. Tatsächlich muss ja nun alles nach dem Kopf der Krebszelle gehen, sie geht im wahrsten Sinn des Wortes mit dem Kopf durch die Wand. Mit Recht unterstellt man ihr auch ein massives Kommunikationsproblem, reduziert sie doch alle nachbarschaftlichen Beziehungen auf zerstörerisch-verdrängende Ellbogenpolitik.“ (3/264 f.)
Das unbedingte und inflexible Festhalten an der Norm wird zur Krankheit. Mein von der Umwelt als angenehme Zurückhaltung geschätztes Verhalten, war doch in Wahrheit Unterdrückung von Lebensimpulsen. Meine Grundstimmung in solch einem unterdrückten Leben war entsprechend niedergedrückt. Allerdings ist ihre latente depressive Verfassung den Betroffenen zumeist nicht bewusst, wie ja auch die Unterdrückung aller körperlichen Ausbruchsversuche unbemerkt bleibt. „Hatte man sich vorher nicht einmal eine eigene Meinung geleistet, kommt jetzt aus dem Schatten der lange verdrängte Anspruch, die ganze (Körper-)Welt nach seinem eigenen Bild zu formen.“ (3/267) Die Ausbreitung des Krebses zeigt, „wie stark der bisher ungelebte Wunsch nach rücksichtsloser Durchsetzung der Eigeninteressen ist.“ (3/268). Wenn ich mich mit dem Symptom im Hintergrund traue, meine Interessen durchzusetzen auf geistig-seelischer Ebene, so wird die Körperebene entlastet. „Statt sich dem Leben auszuliefern, ist der potentielle Krebspatient seinen kurzsichtigen Rück- und Vorsichten und einer tiefen Existenzangst ausgeliefert.“ (3/271) Die Krankheit stellt quasi einen letzten Anstoß zum „Aufwachen des Patienten für seine eigenen Bedürfnisse“ (3/270) dar. Ich Krebspatient konnte mich kaum abgrenzen und nein sagen, eine Verpflichtung nach der anderen wurde mir aufgebürdet. Diese habe ich gerne übernommen, „um seinem Leben einen äußeren Sinn zu geben in Ermangelung des inneren. Die aufgeführten Leistungen und Erfolge sind oft lediglich gute Verschleierungen der dahinter wuchernden Sinnlosigkeitsgefühle und der tiefen Depression.“ (3/272).

Eine dritte Komponente, die zum Krebs führt, stellt nach Dahlke die Abwehr dar. „Damit die Abwehr so vollständig zusammenbricht, dass ein Tumor zu wachsen beginnt, ist eine tiefsitzende Blockade und Verschlossenheit gegenüber dem Leben schlechthin nötig.“ (3/276).
„Die unbewusste Mitte als fauler Kompromiss ist es, die es zu verlassen gilt. Hier liegt … die schwerpunktmäßige Lernaufgabe der meisten Krebspatienten. Krebs ist in den (Körper)-Schatten gesunkene Expansion. Dementsprechend ginge es darum, im Bewusstsein Expansion zu leben, die Grenzenlosigkeit und Unsterblichkeit der Seele zu entdecken. Mit der Selbstverwirklichung ist beim Krebs jenes Thema in den Schatten gesunken, das auf das letzte Ziel aller Entwicklung, das Selbst, hinstrebt.“ (3/280). Es geht darum, „die Einheit, die Unsterblichkeit der Seele, in sich zu finden und zu erkennen, dass das Ganze bereits in einem ist, so wie man selbst im Ganzen ist. Das aber ist der Schlusspunkt oder eigentlich der Mittelpunkt, den nur die Liebe erschließt. Wie die Liebe überschreitet der Krebs alle Grenzen; wie die Liebe strebt der Krebs nach Unsterblichkeit, und wie sie fürchtet er dabei nicht einmal den Tod. Krebs ist auch in den Schatten gesunkene Liebe.“ (3/284).


Vor diesem Hintergrund stellen sich nun die Fragen:

  • Welche Kontrolldramen haben meine Kindheit geprägt?
  • Welche Eltern habe ich mir ausgesucht?
  • Welchen Partner?

In der sechsten Erkenntnis heißt es: „Jeder von uns muss in seine Kindheit und zu den Ereignissen in seiner Familie zurückkehren und sich darüber klar werden, was dort geschehen ist. Sind wir uns einmal unseres Kontroll-Dramas bewusst, können wir uns um die höhere Wahrheit unserer Familie kümmern … die unser Leben mit Energie erfüllt, denn die Wahrheit verrät uns, wer wir sind, auf welchem Weg wir gehen und was wir tun.“ (1/168).

Die vier Kontrolldramen, wie ich sie verstanden habe

  1. Der Einschüchterer. Bedroht dich jemand körperlich oder verbal, so bist du aus Angst davor, dass dir etwas Schreckliches zustoßen könnte, gezwungen, ihm deine Beachtung zu schenken und damit auch deine Energie. Begegnet dir körperliche oder verbale Gewalt, so kannst du als Kind durchhalten, bis du groß genug bist, um zu explodieren und gegen die Gewalt zu kämpfen. Aggression steht gegen Aggression. Der Einschüchterer provoziert einen weiteren Einschüchterer.
  2. Das Arme Ich. Es zählt dir all die grässlichen Dinge auf, die ihm, möglicherweise auch noch deinetwegen, zugestoßen sind, und erklärt, dass sich diese Schreckenserlebnisse fortsetzen werden, wenn du dich weigerst, ihm zu helfen. Es sind Menschen, die dir ein Gefühl der Schuld vermitteln, obwohl es eigentlich keinerlei Grund dafür gab. Alles, was diese Menschen sagen und tun, soll dir signalisieren, dass du nicht genug für die betreffende Person bist. Deshalb reicht dir ihre bloße Gegenwart, um dich schuldig zu fühlen. Wenn dich als Kind jemand mit der Androhung körperlicher oder verbaler Gewalt um deine Energie bringen will, dann reicht Unnahbarkeit als Gegenwehr nicht mehr aus. Durch gespielte Schüchternheit bekommst Du Deine Energie nicht zurück. Der Druck von außen ist so groß, dass du ins Arme Ich flüchtest, d.h. an die Gnade der betreffenden Person appellierst und ihr Schuld für ihre Untaten einflößt. Das Arme Ich wird von einem Einschüchterer herangezogen.
  3. Der Vernehmungsbeamte. Er hat versteckte Aggressionen und untergräbt, nur um an Energie zu kommen, deine Welt, indem er Fehler darin findet. Ein kleines Kind entwickelt sich zum Vernehmungsbeamten, wenn es entweder ignoriert wird von den Eltern oder die Eltern haben keine Zeit, weil sie z.B. ihrer Karriere nachgehen. Unnahbar spielen würde keine Aufmerksamkeit einbringen, also musst du anfangen, solange zu bohren und zu schnüffeln, bis du einen Fehler bei diesen unnahbaren Leuten findest, um sie damit zu zwingen, dir etwas von ihrer Aufmerksamkeit und damit ihrer Energie zu geben.
    Unnahbare Menschen schaffen Vernehmungsbeamte.
  4. Der Unnahbare. Er ist in seiner eigenen Welt der ungelösten Konflikte, Ängste und Selbstzweifel gefangen. Vernehmungsbeamte schaffen Unnahbare.
    Unnahbare wollen sich dem Zwang, antworten zu müssen und der ständig stichelnden Kritik entziehen.

Um Aufschluss über die Situationen und Kontrolldramen in meinem Leben zu bekommen, die den Ausbruch der Krebserkrankung befördert haben, möchte ich meine Eltern mit Ihrem Einfluss sowie meine eigene Geschichte darstellen, um daraus dann meine Lebensproblematik enthüllen zu können.

Mein Vater war ein sog. Aufsteiger, der in der Schule gute Leistungen bringen musste, um Schulgeldfreiheit zu haben, weil seine Eltern nicht das Geld hatten, Schulgeld zu bezahlen. Das Studium, das sich nach seinem Einsatz im zweiten Weltkrieg - der durch eine Verwundung des Schlüsselbeinbereiches sehr kurz war -, anschloss, führte er nach Kriegsende und Flucht zu Ende. Immer herrschte Geldmangel. Er wollte und sollte - auch nach dem Willen meiner Mutter - Karriere machen. So ist er jetzt pensionierter Ministerialrat, der mit dem Glaubenssatz, dass „Beziehungen“ für das berufliche Leben sehr wichtig sind, durchs Leben gegangen ist. Daraus resultiert auch die Bedeutung von Geld. Mein Vater lebte mir vor, wie wichtig Karriere und Beruf mit einer geregelten Arbeitszeit und Absicherung für das Alter sind. Außerdem ist das Leben so ernst, dass man sich durchs Leben schlagen muss. Ich, die ich ein Junge werden sollte, sog das ein. Mit der Geburt meiner neun Jahre jüngeren Schwester und der Pubertät verschlechterte sich das Verhältnis zu meinem Vater. Die in den Erkenntnissen angesprochenen Schwierigkeiten in meinem Leben mit Autoritätspersonen und meiner Identitätsfindung können daher rühren, dass ich aufgrund meiner schwierigen Beziehung zu meinem Vater die in mir innewohnende Kraft und Macht nicht vollständig angenommen habe.

Vor dem Hintergrund der Kontrolldramen war die Haltung meines Vaters mir gegenüber in erster Linie die des Einschüchterer. Er war jähzornig. Er erteilte Befehle und verlangte Gehorsam. Gehorchte ich nicht, so wurde ich auch geschlagen. Er wurde von meiner Mutter auch benannt, wenn es um die Durchsetzung von Erziehungsprinzipien oder Bestrafung ging. Ich hatte schlichtweg Angst vor ihm. Dadurch, dass er seinem Studium nachging und seine Ausbildung in München fortsetzte, war er bis zu meinem Alter von sechs Jahren nur an Wochenenden mit mir und meiner Mutter zusammen. In dieser Zeit habe ich ihn eher als unnahbar in Erinnerung. Als eine weitere Haltung bei ihm zeigten sich sein Pessimismus bezüglich Angelegenheiten und sein Misstrauen gegenüber Menschen.
Meine Mutter kommt aus einer sog. kleinen Beamtenfamilie. Ihr Vater war Förster. Er interessierte sich sehr für andere Frauen, ließ meine Großmutter auf der Flucht aus Schlesien allein, so dass sie - wie auch immer - umkam. Ein Glaubenssatz meiner Mutter heißt: „Männer wollen nur das Eine.“ So wurde ich auch in dem Sinne erzogen, nämlich, dass ich von den „bösen Buben“ ferngehalten werden sollte. Aber Kinder müssen auch gehorchen, brav sein, das tun, was man tut, damit es nicht dazu kommt, dass die Leute über uns sprechen. Und was die wohl sagen! Der Einfluss meiner Mutter war auf alle Fälle stärker besonders in meiner frühen Kindheit als der meines Vaters. Meine Mutter hat nach dem Krieg ihr Studium der Pharmazie nicht wieder aufgenommen, weil, wie sie sagt, „nur einer studieren konnte, und das war mein Vater.“ Im Laufe ihres Lebens hat sie es nicht geschafft, als Vorexaminierte zu arbeiten oder ihr Studium wieder aufzunehmen. Damit ist sie sehr unzufrieden gewesen und hat stets betont, wie ungern sie den Haushalt führt. Ihre Rolle bestand darin, die Kinder zu versorgen und den Mann bei seiner Karriere zu unterstützen. Wie gern hätten wir Kinder gehabt, wenn die Mutter gearbeitet hätte, denn dann hätte sie sich weniger mit uns beschäftigen müssen! Das Kontrolldrama, das meine Mutter mir gegenüber austrug, war der Vernehmungsbeamte. Sie kontrollierte mich, war überwachend, ich musste detailliert über das Geschehen in der Schule berichten, über die Begegnungen mit meinen Freunden und Freundinnen. Aber auch das Kontrolldrama des Armen Ich trug sie mir gegenüber aus, indem sie meistens nur das Negative sah, förmlich nach Problemen suchte, um daraus wieder ein Verbot ableiten zu können. Insgesamt hatte ich zu meiner Mutter eine von weniger Angst besetzte Beziehung als zu meinem Vater.
Gemeinsam war meinen Eltern der Umgang mit meiner Weiblichkeit. Meine Weiblichkeit entsprach nicht den Vorstellungen. Als Kind kam ich mir dick vor. Meiner Mutter gefiel mein - wie sie meinte - zu großer Busen nicht. Mein Vater wollte meine weiblichen Anteile nicht sehen. Als ich mich z.B. als Pubertierende einmal schminkte, missfiel ihm das derart, dass ich so nicht länger am Tisch sitzen bleiben durfte. In Bezug auf meine Weiblichkeit musste ich lernen, mich selbst anzuerkennen und zu lieben. Meine Eltern förderten und unterstützten meine beruflichen Ambitionen.

Wie haben sich die vermittelten Kontroll-Dramen in meinem Leben und besonders in meiner derzeitigen Partnerschaft niedergeschlagen?
Mein derzeitiger Partner ist Wissenschaftler und charakterisiert sich als jemanden, der sich durch analytisches Denken auszeichnet. Sein Kontrolldrama ist das des Einschüchterer und des Unnahbaren.
Meine Kontrolldramen sind der Vernehmungsbeamte und das Arme Ich.
So habe ich in meinem Partner große Teile meines Vaters wieder gefunden, und ich wiederum reagiere so, wie es meine Mutter tat.
Zu Beginn unserer Beziehung, in der Phase der romantischen Liebe, suchten wir beide einen Zuwachs an Energie bei dem anderen. Ich brauchte ein Stück Sicherheit in Bezug auf die Liebe meines Partners. Er hatte sich von seiner Frau getrennt, aber er hatte eine starke Beziehung zu seinem Kind, so dass ich Schwankungen bei ihm spürte, was das Einlassen auf unsere Beziehung betraf. In dieser Zeit waren meine Fragen:

- Wohin gehst du? Warum hast du nicht? Warum machst du nicht?
Dahinter stand von meiner Seite Angst, deshalb einen Beweis seiner Liebe zu brauchen und zu wollen, die Angst, eventuell verlassen zu werden, aber auch das Gefühl: Du brauchst mich, ich brauche dich.
So habe ich viel Energie darauf verwendet, die Situation für meinen Mann zu klären, mich mit ihm und seinen Überlegungen und denen seiner Ex-Frau und auch seines Kindes beschäftigt.
In Situationen, in denen ich wollte, dass er auch nach außen richtig zu mir steht, hat er mir oft signalisiert, dass er noch Zeit braucht, dass er sich über seine Gefühle nicht im klaren ist.

Im Laufe der Jahre - inzwischen siebzehn - habe ich immer mehr abgegeben, so dass mein Mann mit meiner Hilfe immer dominierender werden konnte. Das ging teilweise so weit, dass ich im Umgang mit anderen nur gesagt habe, was mein Mann denkt, und meine eigene Meinung zu einem Sachverhalt gar nicht dargestellt habe.

So kam es dazu, dass mein Mann mir mächtiger und wissender erschien, während mir, als der Dominierten, immer mehr Energien genommen werden konnten. Ich habe mich nicht gerade gemacht. Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, die nicht zu meiner Zufriedenheit gelöst worden sind, haben in mir wütende Gefühle ausgelöst, die ich jedoch häufig gar nicht gespürt habe bzw. sie nicht gezeigt habe. Im Laufe der Jahre hat sich immer mehr Unausgegorenes in meinem Schatten angesammelt. Ging es um Einrichtungsfragen, um meine Berufstätigkeit, um Erziehungsfragen, immer hat mein Mann gesagt, was zu machen ist, und ich habe das hingenommen, ohne mich gerade zu machen, weil ich einen Konflikt vermeiden, seine Liebe nicht verlieren wollte und mir die Harmonie über alles ging. Nur in extremen Situationen habe ich meine Meinung gesagt und behalten, worauf mein Partner mit vielen Zweifeln und sarkastischen Bemerkungen reagierte, so dass ich in hohem Maße gefordert war, meine Meinung zu behalten. Als Beispiel hierfür zählt für mich sein Vorschlag, doch meine Berufstätigkeit an der Uni wieder auszuüben, was allerdings dazu geführt hätte, dass ich drei Tage außerhalb Hamburgs gewesen wäre. Das wollte ich nicht, war ich doch als Spätgebärende mit voller Absicht Mutter geworden.
Im Laufe der Jahre bin ich dann vermehrt zum Armen Ich übergegangen, nämlich dann, als er Sachen von mir verlangte, die ich nicht machen wollte.
Die inneren Kämpfe des Armen Ich, wie z.B. „ich tue so viel, doch niemand nimmt mich zur Kenntnis“, aber auch „wenn ich mich verändere, liebst du mich nicht mehr“, haben zu einem äußeren Verhalten geführt, wie „ich bin müde“ bzw. „ich versuche mein Bestes“ (2/179). Ich war berufstätig als Lehrerin, habe Lehrerfortbildung gemacht, habe ein Haus in der Toskana vermietet, hatte drei bzw. zeitweilig vier Kinder zu versorgen und zu betreuen, teilweise in sehr problematischen Situationen. Doch die Anerkennung meines Mannes blieb aus, und was für mich noch schwerer war, die gefühlsmäßige Bindung ging zurück.

In diese Situation fiel meine Krebserkrankung und hat mich gleichzeitig zunächst von meinem beruflichen Druck entlastet. Erst im Laufe der Monate habe ich erkannt, dass der Weg, den ich in der Beziehung gegangen bin, mich nicht dazu führen konnte, mehr Liebe zu erfahren. Zuallererst muss ich die Liebe zu mir finden, mir die Anerkennung für das geben, was ich mache, dann erst kann der andere entsprechend auf mich zukommen.

So bin ich dabei, immer mehr zu mir selbst zu finden, spüre auch deutlich weniger Angst, und transformiere meine Kontrolldramen. „Sobald das Arme Ich wahre Zuwendung und Einheit erfahren hat, gelingt es ihm meist, in seiner eigenen Kraftquelle Ruhe zu finden und zu einem mitfühlenden Reformator oder Sozialarbeiter zu werden bzw. einen Heilberuf auszuüben“ (2/183). Ich bin nicht mehr als Lehrerin bzw. Dozentin tätig, habe vielmehr eine Ausbildung als Lebensberaterin gemacht und gehe meinen inneren Weg stetig voran.
Dass ich in meiner Situation auf die Prophezeiungen gestoßen bin und dadurch in meinen inneren Prozessen voranschreiten konnte, interpretiere ich als Fügung. Ich bin gespannt, wohin mein Leben mich noch führt und wie ich weitere Lernaufgaben meistere. Denn, wie es im Handbuch heißt:
„Wenn wir unser Drama erkannt haben, können wir uns um die höhere Bedeutung unseres Lebens kümmern und möglicherweise einen spirituellen Grund finden, warum wir in eine bestimmte Familie geboren wurden. Wir können uns endlich darüber klar werden, wer wir wirklich sind.“ (2/165)
Gleichzeitig möchte ich zur Aufklärung und Heilung der Gesellschaft beitragen, indem ich Liebe ausstrahle und aussende, und die Welt dadurch ein Stückchen mehr von Liebe erfüllt wird.

Literatur

  1. James Redfield: Die Prophezeiungen von Celestine, München 1994, 25. Aufl.
  2. James Redfield/Carol Adrienne: Die Erkenntnisse von Celestine, München
    1995, 9. Aufl.
  3. Rüdiger Dahlke/Robert Hößl: Verdauungsprobleme, München 1990

Nachwort

Ich habe mit dem Handbuch gearbeitet, die Fragenkataloge bezüglich meiner Eltern durchgearbeitet und meine persönliche Zeitspur erstellt. Da ich als Wissenschaftlerin ausgebildet worden bin und gearbeitet habe, habe ich mit meiner Lebensgeschichte vor diesem Hintergrund diese Ausarbeitung verfasst.
In dem Telefongespräch mit dem Herausgeber kam für mich die entscheidende aber zugleich auch für mich verblüffende Frage: „Wo bleiben Sie? Was ist mit Gaby? Sie schreiben über Krebs, was war der Konflikt in einer unausweichlichen Situation.“

Ja, ich hatte einen Konflikt, nämlich den mit der Tochter meines Mannes aus erster Ehe, die bei uns ausgezogen ist.
D.F: Ist Ihr Verlust eine tiefe Verletzung? Ich hatte da gestern ein Gespräch mit einer Frau, die mir vom Verlust ihres Mannes erzählte, als ich gerade Ihren Aufsatz las.

Sie erzählte über ihr Leben mit ihrem Gatten. In diesem Zusammenhang erwähnte sie, ein ähnliches Gefühlsleben wie Anne Frank mit ihrem Vater und ihrer darin verborgenen männlichen Seite erfahren zu haben. Die Synchronizität ihres Berichtes zu dem, den ich gerade las, war verblüffend.
Über die Geschichte der Bevorzugung der eigenen kleinen Schwester und den Fragenkatalog bezüglich Ihrer Eltern können Sie einen Schritt weitergehen und fragen: „Wo kriege ich meine Energie her? Ich brauche Anerkennung, aber erkenne ich mich selbst denn an? Arbeiten Sie mit den Übervätern Dahlke und Redfield?“ Hinweis: 1. Handbuch, Kap. 6, S. 197.

Es fiel mir leicht, daran ein Anne-Frank-Syndrom anzuschließen.

Mein Anne-Frank-Syndrom
Mein Vater war mir sehr zugetan und verwöhnte mich mit Geschenken, wie meine Mutter gern zu erzählen wusste.
Als ich neun Jahre alt war, wurde meine Schwester geboren. Wie ich sehr schnell merkte, bekam meine Schwester viel Aufmerksamkeit, weil sie so niedlich aussah und so fotogen war. Betrachtete man hingegen Fotos von mir, so sah ich „unvorteilhaft“ aus. Das führte dazu, dass zukünftig meine Schwester viel fotografiert wurde. Von mir wurden nur wenige Fotos gemacht. Ich konnte die Aufmerksamkeit meines Vaters auf mich ziehen, wenn ich gute Leistungen in der Schule erbrachte. Das tat ich auch zunächst. Doch ab etwa meinem fünfzehnten Lebensjahr gingen meine Leistungen zurück. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wodurch ich dann die Aufmerksamkeit meines Vaters bekam. Ich denke eher über Auseinandersetzungen darüber, wann und wie lange ich weggehen durfte.

Diese Sache mit dem Fotografieren hat sich bis heute bezüglich meiner Schwester fortgesetzt. „Sie kommt gut an“, meinte mein Vater noch vor kurzem zu mir, als es um ihr Erscheinen auf der Geburtstagsfeier meiner Mutter ging. Beruflich hat sie keine Karriere gemacht. Ich habe dafür umso mehr Prüfungen, Zeugnisse, Diplome und die Promotion vorzuweisen.

Nun habe ich mich in einen Mann vor siebzehn Jahren verliebt und er sich auch in mich. Allerdings war er verheiratet und hatte ein Kind, was damals vier Jahre alt war. Er hat seine Frau verlassen. Unsere Beziehung war sozusagen das I-Tüpfelchen, um den Schritt zu machen, seine Frau zu verlassen, denn sie hatte ihm gedroht, ihm oder sich etwas anzutun, wenn er sie verlässt. Er hing sehr an dem Kind, war es doch sein Wunsch gewesen, ein Kind zu haben. Seine Bemühungen um das Sorgerecht schlugen zunächst fehl. Das Kind blieb bei der Mutter, kam allerdings immer in den Ferien zu seinem Vater. Schon bald stellte sich in unserem Zusammensein zu dritt heraus, dass das Kind, wenn es denn bei seinem Vater war, seine ganze Aufmerksamkeit beanspruchte, und auch von seinem Vater bekam. Das wiederum bereitete mir Probleme. Dennoch entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Beziehung zwischen uns, die uns dazu führte, das Kind zu uns zu holen. Wir hatten inzwischen auch ein Kind.

Erst, als das Kind bei uns war, war mein Mann bereit, zu heiraten. Ich kümmerte mich sehr um das Kind, ich bemühte mich um das Kind, auch weil ich der Überzeugung war, dass es von seiner Mutter schlecht behandelt worden war. Ich empfand schon Mutterliebe, merkte aber bald, dass mein Mann nicht immer einverstanden war damit, wie ich das Kind anpackte bzw. erzog. Ich hatte das Gefühl, mein Mann räumte ihm eine Sonderstellung ein und ergriff in Streitsituationen nicht immer meine Position, d.h., ich konnte mir nicht sicher sein, dass mein Mann mich unterstützen würde in Erziehung von seinem Kind. Meiner Meinung nach merkte, dass das Kind sehr bald und nutzte diese Situation für seine Interessen. So schaukelte sich der Konflikt immer hoch. Das Kind ging zu einer Erziehungsberatungsstelle und erhielt dort Unterstützung, um seine Interessen durchzusetzen.

Schließlich kam es dazu, dass das Kind wieder Kontakt zu seiner Mutter aufnahm, die ihm behilflich war, eine eigene Wohnung mit knapp 16 Jahren zu finden. Im Laufe dieses Konfliktes hatte mein Mann mir gesagt: „Wenn A. geht, gehe ich auch.“ Des Weiteren hatte ich zu meinem Mann gesagt: „A. würde am liebsten mit Dir zusammenziehen.“ Dazu konnte sich mein Mann nicht entschließen. Dennoch hat mein Mann mir die Schuld gegeben - und gibt sie mir noch heute -, dass das Kind ausgezogen ist, obwohl ich ihr niemals gesagt habe, dass sie gehen könne. Das hat mein Mann gesagt. Mein Mann hat auch zu mir gesagt, dass er fühlt, dass bei ihm etwas in der Beziehung zu mir kaputt gegangen ist. Für mich fühlte sich das so an, dass er seine Tochter mir gegenüber bevorzugt. Also genau dasselbe Muster, was ich als Kind mit meiner Schwester erlebt hatte. Übrigens hatte meine Schwester A. kennen gelernt und auch noch sich zugunsten A.s eingemischt. Ich habe ein schlechtes Verhältnis zu meiner Schwester. Ich fühle, dass sie sich in Dinge einmischt, die meine Angelegenheiten sind. Aber vielleicht sind das ihre einzigen Möglichkeiten, um von mir Energie zu bekommen.
Nach dem Auszug des Kindes war zunächst Sendepause zwischen dem Kind und seinem Vater. Jetzt nahm der Vater meine Position ein. Auch die gesamte Verwandtschaft stand auf meiner Seite.
Nach etwa einem halben Jahr schrieb A. meinem Mann einen Brief, von dem er mir nichts erzählte. Mein Sohn hatte das mitbekommen und erwähnte den Brief eines Tages am Frühstückstisch. Ich fiel aus allen Wolken, dass mein Mann mir diesen Brief verheimlicht hatte! Mein Mann sagte zu mir: „Du wolltest doch mit ihr nichts mehr zu tun haben. Das ist jetzt meine Angelegenheit.“

Vierzehn Tage später wurde der Tumor in meiner rechten Brust festgestellt.

Ich fand auch, dass ich Schuld an dem Auszug hatte, denn wie ihre Mutter war auch ich nicht in der Lage, mit diesem Kind so umzugehen, dass es bei uns bleiben wollte.
Allerdings war mir schon damals klar, wie viel Macht mein Mann dem Kind gab.
Ich weiß nicht, wie ich diese Geschichte in das Raster der Kontrolldramen einordnen kann. Ich habe sehr um die Aufmerksamkeit meines Mannes geworben und meine Interessen zurückgestellt, weil ich diese Beziehung zu ihm unbedingt aufrechterhalten wollte.
Soll es das sein?

Als ich diesen Teil fertig geschrieben hatte, schlug ich im Handbuch die Seite auf, in der die zwischenmenschlichen Spiele beschrieben werden. Ich stieß dabei auf das Spiel „Nur wegen dir“. „Dieses Spiel hat die Eigenschaft, den Energiefluss auf besonders exquisite Weise zu kontrollieren, da bestimmte Personen durch Konfrontation mit ihrer angeblichen Schuld dazu veranlasst werden, Energie zu senden. An der Wurzel dieses Energieaustausches steht die panische Angst vor dem Einlassen auf ein Risiko oder vor einer grundlegenden Veränderung der herrschenden Zustände, die durch die Vorschiebung der anderen Person verschleiert werden soll“. (Handbuch, S. 115).
Dieses Spiel habe ich hervorragend mitgespielt. Was verschleiert werden sollte, ahne ich, habe ich aber noch nicht ganz für mich geklärt.
Mein Prozess ist nicht abgeschlossen, ich schreite weiter voran.
Danke! Danke! Danke!

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