“Celestine-Erfahrungen”


Engelsgruß

Dolf. M, aus München

Hier nun die versprochene Geschichte meiner “Berührung” mit Celestine.

Der Wege viele sind und jeder begehbar ist, der - wie Castaneda seinen Don Juan sagen lässt - ein Weg mit Herz ist.
Alles was mir begegnet ist, fand immer wieder hinterher Bestätigungen in Form von Literatur von Goethe über Buddhismus, Sufis, Rosenkreuzer quer durch den Gemüsegarten zu den moderneren Richtungen wie Seth, Castaneda (der mir sehr gefällt, weil praktisch hochprozentig anwendbar im alltäglichen Leben und weil heiter und nicht mit dem Bierernst versehen, den so manche Richtungen entwickeln) bis zu Celestine.

Immer waren es Bestätigung vorheriger The hard way erworbener Erkenntnisse und es beruhigt die Zweifel, die man dennoch hat, wenn andere zu eben den gleichen Erkenntnissen kommen.

Besonders für mich galt die Aussage des gleichen Don Juan aus Castanedas Werken:
“Wir müssten vom Leben dazu gezwungen werden, diesen Weg zu gehen, denn nur ein Idiot würde diesen Weg freiwillig gehen - aber - sind wir einmal auf diesem Weg, dann gibt es kein zurück mehr und man geht diesen Weg sein ganze Länge”.

Tausendmal fragt man sich - warum passiert das mir und nicht anderen? Ja, und irgendwann weiß man warum - kein Glaube - Wissen.
Und dieses Wissen kann man nicht von der Kanzel predigen, weil es den Anderen nur wieder glauben lässt. Wissen kann man nur erfahren. Man kann die Wege dorthin zeigen, aber gehen muss jeder die Wege schon selber oder zumindest wenigstens einen. Dies kostet Zeit und Mühen und wer will das schon.

“Wäre ich, wie einst im Mai, wieder in Verlegenheit, einen Namen für eines meiner Kinder auszusuchen und ich wüsste nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, dann würde das Mädchen Celestine heißen. In meinem Fall wurde es ein Richard, aber das ist auch schon ein paar Jahrzehnte her.

Meine Begegnung mit Celestine kam dennoch zustande, wenn auch auf ziemlich kuriose Weise.
Kein flotter Teeny, kein hübscher langbeiniger Engel erschien in abendlicher Stunde, kein Traum von einer Frau, die man mit dem Namen Celestine in Verbindung bringen könnte.

Und doch ein Traum. Deutlich, klar und kaum erfreulich.
Einer meiner Seglerfreunde saß, wie es mir schien, ziemlich unfreiwillig zwischen zwei Männern, die ihn zwar nicht festgenommen hatten, aber doch den Eindruck machten, als hätten sie alle Teil an einer Gerichtsverhandlung. Ich befand mich sozusagen auf der Zuschauerbank und überlegte, was da sollte.

Mein Seglerfreund hat einen kleinen Handwerksbetrieb. Die zwanzig Jahre, die ich ihn nun kenne, war er noch nie in Schwierigkeiten, abgesehen von den üblichen hin und wieder zustande kommenden Engpässen im finanziellen Bereich, die wohl jeder Selbständige kennt.
Ich sah ihn also fragend an mit einem kurzen Seitenblick auf die beiden Schwergene zu seinen Seiten.

Er lächelte ziemlich hilflos und meinte:
“Du kannst ja inzwischen das Buch Celestine lesen, ich melde mich wieder und die Segelsaison hat ja auch noch nicht begonnen”.

Die drei Figuren verschwammen und ich erinnerte mich im Traum an eine andere Sequenz, die zeitlich etwas davor lag.

Wir hatten ausgemacht, wenn er mal in Schwierigkeiten sein sollte, wäre Celestine das Codewort für etwas, das ich für ihn tun sollte - nämlich bestimmte Unterlagen aus seinem Betrieb sicherstellen und ich wusste witzigerweise im Traum genau, wo diese waren (Man beachte die versteckte kriminelle Energie im Menschen).

Ich erwachte, saß fünf Minuten später am Schreibtisch und schrieb den Traum kurz auf einen Zettel, begab mich zu Kaffee und Zigaretten und dachte nach.

In der so genannten Realität hatten wir nie etwas Derartiges ausgemacht. Geschäftlich haben wir überhaupt nichts miteinander zu tun. Einige meiner Seglerfreunde sind mir nach all den Jahren näher wie ein Bruder und in diesem Fall und in diesem Fall haben wir außer dem Bootstyp Katamaran noch gemeinsam, dass wir in jüngeren Jahren beide jeder auf seine Weise Globetrotter waren. Ansonsten könnte er Professor für Geschichte sein und sein Handwerk betreibt er, weil er es mag.

Um diese Dinge kreisen auch unsere Unterhaltungen nebst zwischenmenschlichen Problemen der üblichen Art, die da sind - Frauen und Kinder, Scheidungen, Beziehungskisten etc.
Wir wollen das nicht vertiefen.
Am nächsten Morgen rief ich ihn an.
“Bist Du in irgendwelchen Schwierigkeiten…?
“Nein, lachte er, warum?”
Ich erzählte ihm den Traum.
Er kicherte sich einen weg am Telefon und meinte:
“Weiß Du - Celestine - so heißt das Buch, das ich dir neulich mitgebracht habe und das Du achtlos auf das Sideboard gelegt hast. Ich finde das wirklich erheiternd, dass es dich so wieder einholt”.

Nun, das stimmte. Er kam mit einem Buch und erzählte, dass er über den Flohmarkt geschlendert sei und dort das Buch für zwei Mark erstanden habe und er beim Durchblättern zu der Meinung kam, dies wäre eher was für mich und meine Interessensgebiete. Ihm hätte halt der Titel gefallen. Ich griff mir nach dem Telefonat das Buch. Es war die “Zehnte”. Ich las es und besorgte mir die anderen Neun. Es war die Bestätigung von allem, was ich auf einem lagen Jahrzehnte währenden Indianerpfad an Erkenntnissen gewonnen hatte. Und es naturgegeben ein einsamer Indianerpfad, denn ich konnte kaum mit jemand darüber reden. Dieser Weg begann in meinem siebzehnten Lebensjahr anno 1950 gänzlich unfreiwillig, als junger Mann, atheistisch erzogen, ungläubig, aber sich ab diesem Zeitpunkt sich mit nichts weniger als “Wissen” zufrieden geben wollte.
Der Anlass war etwas für mich damals völlig unmögliches, eine außerkörperliche Erfahrung und dies nicht als Folge eines Unfalls oder Krankheit sondern aus purer Langeweile. Ich experimentierte mit “Entspannungsübungen”, später nannte man das autogene Training, aber damals mangelte es an jeglicher Literatur. Doch das ist eine andere sehr lange Geschichte und ist nur insofern von Bedeutung, als sie eben zu den Erkenntnissen der Celestine führte.
Ansonsten war das Ereignis damals Motivation für ein ganzes Leben, auch in dieser Realität mit beiden Beinen auf dem Boden der “Tatsachen ” stehen zu können.

Leider gibt es im esoterischen Bereich genau soviel bigotte Leute wie in jeder Religionsgemeinschaft. Für mich musste Esoterik immer anwendbar sein, praktisch umsetzbar zum Nutzen aller.

Nichts anderes sagen die “Zehn von Celestine” und jeder, der das verstanden hat, zählt für die berühmte “kritische Masse”.
Übrigens, mein Seglerfreund hat sie nun auch alle gelesen und nun - es ist auch was ihn.

Und die Fügungen?
Haben mich ein Leben lang begleitet. Das Interview in der Abendzeitung war nur eine von vielen und die Möglichkeit für Celestine ein bisschen Reklame zu machen, was ja auch geglückt ist.
Vielleicht sind ein paar Leute dadurch mit den Erkenntnissen der Celestine in Berührung gekommen und ich konnte ein kleines bisschen weitergeben, wenn vielleicht auch nur an die Reporter, die auf ihre vorweihnachtliche Frage: Gibt es Engel? eine Antwort bekamen, die sie offensichtlich irritierte und natürlich nicht zur Gänze abgedruckt werden konnte, doch kurz mit den Männern bei 20 Grad minus diskutiert wurde.

“Nein. Es gibt sie nicht aber jeder kann einer sein. Sie, ich zum Beispiel”
“Das kann man so doch nicht sagen”
“Nun, wenn sie das persönlich interessiert. Es gibt jede Menge einschlägige Literatur.”
“Zum Beispiel?”
“Fangen Sie mal an mit Celestine”
Und dann stand das mit Celestine doch tatsächlich in der Wochenendausgabe in der Abendzeitung.

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