Ingrid aus Hamburg
Aus der Achten Prophezeiung ist uns bekannt, jede Person ist mit einer bestimmten Botschaft ausgestattet. In diesem fall war es meine Schwiegermutter Irma. „Ganz in der Nähe gibt es einen längst vergessenen Kraftort“ begann sie das Gespräch. „Wir können mit den Kindern zusammen dort ein wenig Energie auftanken“. Was wir auch taten. Auffallend war, dass in einem Park eine doppelreihige Allee eine große Freifläche säumte, in der Mitte ein Kreis von Bäumen. Aus der Ferne betrachtet eine völlig normale Vegetation. Bei näherer Betrachtung jedoch erwies es sich, dass direkt unter den Bäumen in einem Abstand von ca. 50 cm das gesamte Gras ca. 10 cm hoch von einem hellen zarten Wuchs war. Das gesamte Umfeld jedoch mit einer Wald- und Wiesendecke trist erschien. Gespürt habe ich an diesem Tag nichts. Der Gedanke, an einem solchen Ort Energie sehen oder sogar spüren zu können, ließ mich nicht los. Also machte ich mich einige Tage später erneut zum Schlosspark Jersbek am Rande von Hamburg auf den Weg.
Als ich erneut in diesem Kreis von Bäumen stand, meditierte und ein Gebet sprach, schlich plötzlich ein junger Hund um mich herum. Er ließ sich von mir streicheln, reckte und streckte sich genussvoll. Eine Weile später gesellte sich die Hundebesitzerin hinzu, wir kamen ins Gespräch. Auf meine Frage, wie denn der Hund heißt: Charlene. Charlene? - den Namen kenne ich. Er ist einer Frau gewidmet, die einem Romanhelden begegnet ist. Auf die Frage, ob sie über diesen Ort und diesem Park Näheres wisse, schüttelte sie nur den Kopf. Nun wollte ich wissen, woher sie denn diesen Ort kennt und sie erzählte mir: Immer wenn mir unwohl war, komme ich hierher und das hat seinen Grund.
Vor über 32 Jahren lag ich schwanger mit meinem Sohn im Eppendorfer Krankenhaus in Hamburg. Die lange Wartezeit einer bis dahin völlig normalen Geburt nutzten mein Mann und meine Eltern zu einem Ausflug nach Jersbek.
Jersbek, ein alter im 17. Jahrhundert angelegter Schlosspark mit seinen großen Wiesen und Baumreihen, bot meinem Mann, der mit mir litt und fühlte, ein wenig Entspannung und er konnte dort zu neuen Kräften kommen. Die Schönheit dieses Parks und die Ruhe und Energie wurde mir von meinem Mann übermittelt. Dieses ließ in mir Ruhe aufkommen. In allen Einzelheiten schilderte er alle Eindrücke und Empfindungen, Detailgenau die Anordnung der Baumreihen und der Pflanzen.
Aus den Erzählungen und den Beschreibungen schöpfte ich eine wohltuende Ruhe und Entspanntheit. Aus der inneren Ruhe heraus konnte ich unseren Sohn völlig problemfrei zur Welt bringen. Seitdem ist der Park in Jersbek bei Hamburg in regelmäßigen Abständen für mich ein Ort der Besinnung. Seit 32 Jahren gehe ich entweder für mich ganz allein oder - als mein Sohn noch klein war - mit der ganzen Familie in diesem nahe gelegene naturbelassene Stückchen Park gern spazieren. Die Spaziergänge gaben und geben uns auf unerklärliche Weise Kraft und Frohsinn. Auch in Stunden des Alleinseins, in Stunden der Besinnung, sind mir Spaziergänge gerade hier in guter Erinnerung geblieben. Dass dies nun auch ein Kraftort darstellen soll, ist mir bis dahin völlig fremd gewesen.
Das Faszinierende für mich liegt darin, dass in jedem Jahr auf einer riesigen, fast unüberschaubaren Fläche die Schlüsselblumen in ihrer vollen Pracht wie ein Teppich sich ausbreiten und die ganze Natur wie in einem immer wiederkehrenden neuen Bühnenbild sich von ihrer schönen Seite zeigt. Diese Schönheit und diese Kraft der Natur löst da in mir etwas aus, was ich so gar nicht beschreiben kann und auch nicht will.
Es ist ein Stück Sinnlichkeit, das ich mit den Augen aufsaugt und mit der Seele. Durchatmen, den ganzen Körper durchfluten, als ob ich ein Glückshormon in sich hätte, was sich über den ganzen Körper verbreitet.
Auf einem anderen Arbeitsgruppentreffen sprachen wir über Kraftorte. Ein Teilnehmer weißt uns auf unsere Pflicht hin, dass wir in unserer unmittelbaren Umgebung die Erhaltung der Nationalparks schützen. In ihnen lebt die Natur nach ihren eigenen Gesetzen. Die alten Mystiker wussten sehr wohl in der Vergangenheit, wo sich Kraftflächen befinden. Auf ihnen stehen heute bevorzugt Kirchen, die bis Mitte des 18. Jahrhunderts durch fühlige Menschen oder Rutengänger ausgemessen wurden. Die Grundmauern waren so aufgebaut, dass der Energiefluss und die höchste Energie sich genau vor dem Altar befindet, auf dem dann das Oberhaupt der jeweiligen Glaubensgemeinschaft dem Volk die Wahrheit versprach. Nutzen wir also die Möglichkeit, den heute noch freien, zugänglichen Gebieten unsere Aufmerksamkeit und Energie zu schenken.